Redaktion: BT Rechtsanwälte
Veröffentlicht am 24.10.2026 · Aktualisiert am 24.10.2026

Was bedeutet Abnahme?
Bei einem Werkvertrag schuldet der Unternehmer einen vereinbarten Erfolg, beispielsweise eine Reparatur oder eine herzustellende Leistung. Die Abnahme betrifft die Billigung des hergestellten Werks als im Wesentlichen vertragsgemäß. Sie ist damit mehr als eine bloße Terminvereinbarung oder die Entgegennahme einer Rechnung.
Nach § 640 BGB ist der Besteller grundsätzlich zur Abnahme eines vertragsmäßig hergestellten Werks verpflichtet, soweit sie nicht nach dessen Beschaffenheit ausgeschlossen ist. Wegen lediglich unwesentlicher Mängel darf die Abnahme nicht verweigert werden. Welche Bedeutung ein Mangel hat, muss anhand der konkreten Leistung geprüft werden.
Warum ist die Abnahme wichtig?
Die Abnahme ist unter anderem für die Fälligkeit der Vergütung bedeutsam. § 641 BGB knüpft die Zahlung grundsätzlich daran an; besondere vertragliche oder gesetzliche Regeln können hinzukommen. Eine Schlussrechnung beantwortet deshalb nicht für sich allein jede Frage zur Zahlungspflicht.
Wer einen bekannten Mangel bei der Abnahme nicht ausdrücklich berücksichtigt, kann bestimmte Mängelrechte verlieren. § 640 Absatz 3 BGB verlangt dafür einen Vorbehalt. Ein Abnahmeprotokoll sollte deshalb Mängel, offene Leistungen und erklärte Vorbehalte präzise festhalten. Eine unklare Bemerkung wie „noch nicht alles gut“ kann später Streit über ihren Inhalt auslösen.
Schweigen kann Folgen haben
Nach Fertigstellung kann der Unternehmer eine angemessene Abnahmefrist setzen. Wird die Abnahme nicht fristgerecht unter Angabe mindestens eines Mangels verweigert, kann die gesetzliche Abnahmefiktion greifen. Gegenüber Verbrauchern ist zusätzlich ein Hinweis in Textform auf diese Folgen erforderlich. Eine Abnahmeaufforderung sollte daher nicht unbeantwortet bleiben.
Ein Beispiel und nächste Schritte
Nach dem Einbau einer Anlage wird eine Abnahme verlangt, obwohl ein vereinbartes Bauteil fehlt. Besteller und Unternehmer sollten Vertrag, Leistungsbeschreibung und tatsächlichen Zustand abgleichen. Ob der Mangel wesentlich ist und welche Erklärung sinnvoll ist, lässt sich nicht allein aus der Überschrift des Protokolls bestimmen.
Bewahren Sie Angebot, Auftrag, Nachträge, Fotos, Rechnungen und Fristsetzungen auf. Lassen Sie bei Streit auch prüfen, ob ein angemessener Teil der Vergütung wegen eines zu beseitigenden Mangels zurückbehalten werden darf. Kontakt aufnehmen · Zivilrecht
Rechtsgrundlagen
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